Aktuelle Entwicklungen in Wirtschaft, Notenbanken und Politik: Ein Überblick

ÜBERBLICK am Mittag: Wirtschaft, Notenbanken, Politik

Aktuelle Entwicklungen in den Bereichen Konjunktur, Notenbanken und Politik beeinflussen die Finanzmärkte. Nachfolgend finden Sie eine Zusammenfassung der wichtigsten Ereignisse und Meldungen aus dem Programm von Dow Jones Newswires.

Britische Wirtschaft im dritten Quartal geschrumpft

Die britische Wirtschaft ist im dritten Quartal 2024 geschrumpft. Die Zahlen fielen schwächer aus als zunächst geschätzt und Großbritannien entging nur knapp einer Rezession, nachdem die Zahlen für die Vorquartale nach unten korrigiert wurden. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank zwischen Juli und September um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal und lag damit unter den vorläufigen Daten, die eine Stagnation gemeldet hatten. Volkswirte hatten mit einer Bestätigung der ersten Meldung gerechnet.

Bauzinsen in Deutschland mit stärkstem Rückgang seit 2008

Die Bauzinsen in Deutschland sind im Dezember so stark gefallen wie seit der Finanzkrise nicht mehr. Nach Berechnungen von Barkow Consulting sank der durchschnittliche Zinssatz für Baufinanzierungen mit einer Zinsbindung von zehn Jahren kurz vor Weihnachten auf 3,17 Prozent p.a.. Das entspricht einem Rückgang von 1,03 Prozentpunkten oder 25 Prozent in den letzten zwei Monaten und ist der stärkste Rückgang innerhalb von zwei Monaten seit der weltweiten Finanzkrise im Dezember 2008.

Bauwirtschaft fordert investitionsfreundliche Rahmenbedingungen

Der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe, Felix Pakleppa, fordert angesichts der jüngsten Zahlen zu den Auftragseingängen im Wohnungsbau bessere Rahmenbedingungen für Investitionen. Von Januar bis Oktober gab es 22 Prozent weniger Wohnungsbauaufträge als im Vorjahr und auch die Wohnungsbaugenehmigungen sind im Vergleich zum Vorjahr um fast 80.000 zurückgegangen. Diese Entwicklung erschwert nicht nur das Ziel, ausreichend bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, sondern gefährdet auch die in den Vorjahren geschaffenen Arbeitsplätze in der Bauwirtschaft.

Neue Ökodesign-Richtlinie für nachhaltige Produkte in der EU

Die EU-Mitgliedstaaten haben sich nach Angaben der Bundesregierung auf eine neue Ökodesign-Verordnung geeinigt. Künftig sollen nur noch Produkte auf den Binnenmarkt kommen, die ressourcenschonend hergestellt wurden, langlebig, reparierbar und energieeffizient sind. Mit der Verordnung will die EU vor allem die Vernichtung von langlebigen Konsumgütern wie Textilien und Schuhen stoppen. Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) bezeichnete die neue Ökodesign-Verordnung als «Meilenstein für die umweltgerechte Gestaltung von Produkten».

Kritik am Deutschlandticket aus Baden-Württemberg

Der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) hat sich besorgt über das Deutschlandticket geäußert. Er befürchtet, dass das Projekt scheitern könnte, weil die finanziellen Mittel nicht ausreichen und der Bund mitten im Prozess die Spielregeln ändert. Das Deutschlandticket wurde von den Ländern in Zusammenarbeit mit dem Bund ins Leben gerufen, wobei der Bund die Hälfte der Kosten trägt. Hermann kritisiert eine mögliche Finanzierungslücke und fehlende Planungssicherheit.

ESM-Vertrag in Italien nicht ratifiziert

Der geschäftsführende Direktor des Euro-Rettungsschirms ESM (European Stability Mechanism), Pierre Gramegna, bedauert die Entscheidung des italienischen Parlaments, den überarbeiteten ESM-Vertrag nicht zu ratifizieren. Italien ist das einzige Mitgliedsland der Eurozone, das den Vertrag noch nicht ratifiziert hat. Der ESM ist ein Instrument zur Unterstützung von Ländern in finanziellen Schwierigkeiten und spielt eine wichtige Rolle bei der Stabilisierung des Euro und der Eurozone insgesamt. Die Entscheidung Italiens wird als Rückschlag für die Reformbemühungen zur wirtschaftlichen und finanziellen Integration Europas gewertet.

Schlussfolgerung

Die aktuellen Entwicklungen in den Bereichen Konjunktur, Notenbanken und Politik haben erheblichen Einfluss auf die Finanzmärkte. Die britische Wirtschaft verzeichnete im dritten Quartal 2024 einen Rückgang, während die Bauzinsen in Deutschland den stärksten Rückgang seit 2008 verzeichneten. Die Bauindustrie fordert bessere Rahmenbedingungen für Investitionen, um den Wohnungsbau anzukurbeln. Die EU hat eine neue Ökodesign-Verordnung zur Förderung nachhaltiger Produkte verabschiedet. Es gibt aber auch Kritik am Deutschland-Ticket und der fehlenden Ratifizierung des ESM-Vertrages durch Italien. Diese Entwicklungen sollten von Investoren und Marktbeobachtern aufmerksam verfolgt werden, da sie potenzielle Auswirkungen auf die Finanzmärkte und die Wirtschaft haben können.

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